Die 5 Highlights der Verbotenen Stadt
Wenn Sie vom Tian’anmen-Platz durch die Verbotene Stadt gehen, erwarten Sie einzigartige Ausblicke auf die kaiserliche Palastanlage mit mehr als 600 Jahren Geschichte. Es lohnt sich, tiefer in das Wesen der klassischen chinesischen Architektur.

1. Symmetrie in der Architektur
Die Chinesen glaubten früher, China sei das Reich der Mitte; der Begriff hatte eine bildliche und eine wörtliche Bedeutung. Bildlich galt China als Reich zwischen Himmel und Erde, das nach den Vorgaben des Himmels über die Erde herrschte. Wörtlich dachte man sich das Reich im Zentrum der Erde, ringsum von Fremden umgeben.
Der Kaiser, der Sohn des Himmels, sollte im Mittelpunkt der Welt leben – als Symbol der kaiserlichen Macht. Von der Gesamtanlage bis ins kleinste Detail wurde die Palaststadt sorgfältig nach philosophischen und religiösen Prinzipien geplant.
Die Palastanlage orientiert sich an traditionellen Palasttürmen: im Norden am Gu Lou („Trommelturm“) und Zhong Lou („Glockenturm“), im Süden am Yong Ding Men, dem „Tor des ewigen Friedens und der Stabilität“.

2. Zehn Meter hohe Stadtmauer
Aus Gründen der Sicherheit – der Schutz der kaiserlichen Familie hatte natürlich höchste Priorität – war die rechteckige Verbotene Stadt von einer zehn Meter hohen Mauer umgeben, deren Umfang insgesamt 3.430 Meter beträgt.
An jeder Ecke dieser bewusst imposanten rechteckigen Anlage steht ein prachtvoller Wachturm. Zur Kaiserzeit waren die Türme stets mit besonders vertrauenswürdigen Wachen besetzt. Ein Burggraben mit Zugbrücken, der die Außenseite der Mauer umgab, bildete die erste Verteidigungslinie.

3. Die vier Tore
Jede der vier Seiten der Verbotenen Stadt hat ein Tor: im Süden das Meridian-Tor (Wu Men), im Norden das Tor der göttlichen Macht (Shenwu men), im Westen das Tor des westlichen Glanzes (Xihua Men) und im Osten das Tor des östlichen Glanzes (Donghua Men).
Das Haupttor ist das Meridian-Tor. Es liegt hinter der Tribüne am Tian’anmen und nördlich davon Tian’anmen-Platz. Das Tian’anmen-Tor, auch „Tor des himmlischen Friedens“ genannt, bildet den Eingang zum Kaiserpalast.
Das Meridian-Tor
Die Baugruppe am Meridian-Tor ist die höchste der Palastanlage. Hier verkündete der Kaiser kaiserliche Erlasse und gab vor Feldzügen seine letzten Befehle an die Armee.
Das Haupttor unter den fünf Durchgängen des Meridian-Tores durfte nur der Kaiser benutzen. Die Kaiserin durfte es nur zu ihrer Hochzeit betreten; auch die Erst-, Zweit- und Drittplatzierten der höchsten kaiserlichen Prüfung durften es genau einmal zum Verlassen benutzen.
Das Tor der göttlichen Macht
Wie das Meridian-Tor verfügt auch das Tor der göttlichen Macht über eine Tribüne, ist aber etwas niedriger. Früher war es ein Ein- und Ausgang des Palastes. Heute dient es als Haupteingang des Palastmuseums.
Das Tor Xihua und das Tor Donghua
Diese beiden Tore liegen einander an der West- und Ostseite der Verbotenen Stadt gegenüber. Beide ähneln dem Tor der göttlichen Macht.
4. 9.999 Räume
Von den Eingangstoren bis zu den Dachverzierungen findet sich die Zahlenkultur in jedem Winkel des Kaiserpalasts.
Das Palastgelände umfasst etwa 72 Hektar. Der Überlieferung zufolge gibt es 9.999 Räume – denn die Neun ist eng mit dem Kaiser verbunden. Tatsächlich zählt die Anlage laut einer offiziellen statistischen Erhebung von 1973 jedoch nur 8.707 Räume.
Die Zahl Neun taucht aber in weiteren Angaben auf: bei der Zahl der Paläste (90) und der Höfe (980).
5. Der Kaiserliche Garten
Der 1420 angelegte Kaiserliche Garten liegt auf der Nord-Süd-Achse der Verbotenen Stadt. Pavillons und kleine Kioske verteilen sich zu beiden Seiten. Zwischen grünen Kiefern, Zypressen und Bambus setzen Felsen, Brunnen, Türme, Pergolen, Teiche und Blumenbeete verschiedener Formen immergrüne Akzente..
Sie können zurückgehen und den Westflügel der Verbotenen Stadt mit seinen verschiedenen Gebäuden erkunden oder weiter bis zum Ende des Kaiserlichen Gartens gehen, wo sich das Stadttor befindet.
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